Landkreisweiter Energienutzungsplan / Untersuchungsergebnisse für Türkenfeld liegen vor / Regenerative Energieerzeugung in der Gemeinde überdurchschnittlich hoch
Türkenfeld ist im Hinblick auf die Nutzung regenerativer Energien gut aufgestellt. Klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung sowie E-Mobilität und der Einsatz regenerativer Kraftstoffe liegen – zum Teil deutlich – über dem Landkreisdurchschnitt. Dies ist das Ergebnis einer detaillierten Erhebung, die im Zusammenhang mit dem digitalen Energienutzungsplan des Landkreises durchgeführt wurde.
Dass für alle Landkreiskommunen ein Energienutzungsplan erstellt werden soll, hatte der Kreistag Ende 2023 beschlossen. Ziel ist ein digitales Energiemodell mit einem gebäudescharfen Wärmekataster, Infrastrukturmodell und Sanierungskataster.
Nach der Analyse von konkreten Energieeinsparungsmöglichkeiten und Ausbaupotenzialen regionaler erneuerbarer Energien wird ein Maßnahmenkatalog für eine nachhaltige Energieversorgungsstruktur erarbeitet. Jede Kommune soll ein Handbuch erhalten, das aufzeigt, wie vor Ort Energie eingespart werden kann und wo der Ausbau regionaler erneuerbarer Energien umgesetzt werden könnte. Ein Leitprojekt aus dem Maßnahmenkatalog wird umfassend auf technische Machbarkeit hin geprüft und wirtschaftlich bewertet.
In den letzten Monaten hat die Türkenfelder Verwaltung intensiv mit dem Klimaschutzmanagement des Landkreises und der vom Landkreis beauftragten Fachberatung ENIANO zusammengearbeitet. Ebenfalls in die Gespräche eingebunden waren der zuständige Referent Jürgen Brix sowie die Klimaschutzagentur der Landkreise Fürstenfeldbruck und Starnberg.
Nun liegt die detaillierte Erhebung des Ist-Zustands in Türkenfeld vor. Demnach werden bereits 107 Prozent des verbrauchten Stroms regenerativ vor Ort erzeugt (Landkreisdurchschnitt: 42 Prozent). Wärme wird zu 29 Prozent regenerativ erzeugt (Landkreis: 13 Prozent). E-Mobilität und regenerative Kraftstoffe machen 18 Prozent der Mobilität in Türkenfeld aus (Landkreis: 12 Prozent).
Als Handlungsempfehlungen nennt das Planungsbüro ENIANO eine Reduktion des Wärmeverbrauchs durch energetische Sanierungen. Hilfreich können hier Kampagnen wie „Check-dein-Haus“ sein. Außerdem empfehlen die Experten die Förderung regenerativer Wärmeerzeugung, etwa durch den dezentralen Ausbau von Power-to-Heat-Anlagen oder Biomassekraftwerken. Mit Einschränkungen ebenfalls möglich erscheint der Aufbau von Wärmenetzen. Voraussetzungen hierfür sind eine hohe Anschlussbereitschaft der Bürger und Unterstützung durch die Kommune. Diese Erkenntnisse und die bereits erhobenen Daten kommen der Gemeinde auch bei der gesetzlich vorgeschriebenen Kommunalen Wärmeplanung zugute.